Hüttenbesichtigung im Stahlwerk der Salzgitter AG

Die Salzgitter Flachstahl GmbH ist ein Unternehmen der Salzgitter AG. Am 16. August besuchten die Wirtschaftsjunioren Harz mit Gästen das integrierte Hüttenwerk in Salzgitter. So konnten sie den Prozess der Stahlherstellung hautnah miterleben. 

Von der Erzeugung des Roheisens am Hochofen bis zur Herstellung von Halb- und Fertigprodukte in den Walzwerken ergeben sich ganz unterschiedliche Produktionsprozesse. Die Führung startete im Besucherzentrum mit einer Filmpräsentation, in der Grundlagen der Stahlherstellung vermittelt wurden. Stahl ist heute ein vielfältiger und moderner Werkstoff. Rund 2500 genormte Stahlsorten werden auf dem Markt angeboten. Die Palette der Einsatzmöglichkeiten ist breit. In unserer Region spielt vor allem der Automobilbau als Abnehmer eine wichtige Rolle. Die anschließende Werksführung begann mit der Besichtigung eines Hochofens. Ein Hochofen ist ein schachtförmiges Aggregat, das nach dem Gegenstromprinzip arbeitet. Die Einsatzstoffe, Koks, Eisenerz und Zuschläge werden von oben eingebracht, während das Reduktionsgas von unten der absinkenden Schüttung entgegenströmt. Als Prozessgas wird im unteren Teil des Hochofens 1200 °C heiße Luft eingeblasen. Der in diesem Bereich vorliegende Kokskohlenstoff vergast mit dem Sauerstoffgehalt der Luft zum Reduktionsgas Kohlenmonoxid und erzeugt dabei Temperaturen von bis zu 2200 °C. Das entstehende Gas steigt nach oben, bindet im Eisen enthaltenen Sauerstoff und erreicht damit die Reduktion der Erze. Dadurch wird flüssiges Roheisen gewonnen. Zur Stahlerzeugung müssen dem Roheisen noch störende Begleitstoffe wie etwa der Kohlenstoff entzogen werden. Diese Bestandteile werden im so genannten Konverter durch Einblasen von Sauerstoff entfernt. Dabei werden die Verunreinigungen oxidiert und schwimmen als Schlacke auf dem Metallbad auf. Zur Kühlung wird dem Konverter Schrott zugesetzt. Hinzugefügter Kalk unterstützt die Schlackenbildung.

Nach Abschluss des Konverterprozesses werden Schlacke und Rohstahl beim Entleeren des Konverters getrennt. Die Schmelze wird in eine Stahlpfanne geleitet. Die Schlacke wird im Konverter zurückgehalten und anschließend der Weiterverwertung zugeführt. Der gewonnene Stahl wird dann nach Anforderungen der Kunden weiterverarbeitet. Dazu wird er zunächst zu so genannten Brammen verarbeitet, also zu gegossenen Blöcken. Diese Blöcke werden dann erhitzt und durchlaufen mehrere Walzen, bis die gewünschte Stärke

erreicht ist. Die Oberfläche kann anschließend behandelt werden. Den Abschluss der Werksbesichtigung

bildete der Besuch der Feuerverzinkerei. Durch das Verzinken werden Stahlbleche gegen Korrosion geschützt. Die Besichtigung hinterließ bei den Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck, denn sowohl das Werk als auch die Produktionsanlagen sind von überwältigender Größe und Vielfalt.